Donnerstag, 26. April 2018

Politiker und andere Heuchler (I) - Die bösen Großkonzerne

Diese Serie soll sich mit Äußerungen insbesondere von Politikern aber auch anderer Prominenter beschäftigen, die auf den ersten Blick plausibel scheinen, bei näherer Betrachtung allerdings nur die Unfähigkeit der Sprecher verdeutlichen bzw. die pure Intention der Manipulation erkennen lassen.
Besonders zu Wahlkampfzeiten haben schwachsinnige aber populistische Äußerungen Hochkonjunktur und dabei muss man noch nicht mal den Blick auf den rechten Rand des Parteienspektrums werfen. An diesem Spiel der geschickten Manipulation der Wähler durch gezielte Desinformation beteiligen sich in der Tat alle Parteien.

Damit Ihr meine Posts mit dem nötigen kritischen Blick lesen könnt folgendes zu meiner Person: 
1. Jahrgang 74, verheiratet, 2 Kinder
2. Diplom-Wirtschaftsjurist (FH)
3. Tendenziell CDU-Wähler aber offen für Positionen (fast) aller Parteien soweit diese nicht diskriminierend sind.

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich hier für keine Partei gezielt werben möchte. Alle Parteien stehen bei mir in der Kritik zu diesem Thema. Daher verzichte ich auch auf die Nennung einzelner Abgeordneter. Die Diskussion ist zur gegebenen Zeit ausreichend present in den Medien, sodass der interessierte Leser dieses schon mitbekommen haben sollte.

Für den ersten Beitrag zu diesem Thema habe ich mir die Hetze im Wahlkampf gegen Großkonzerne ausgesucht, bei denen gegenüber den Wählern der Eindruck erweckt wird, sie würden Steuern hinterziehen. Als Beispiele seien hier Apple, Google, Amazon oder andere große Multinationale genannt. Es wird natürlich nicht behauptet, dass Steuern hinterzogen werden, sondern durch "asoziales Verhalten" in Form einer steueroptimierender Konzernstruktur und Geschäftsverteilung die Gewinne zwischen den Staaten der EU  hin und her geschoben werden, sodass am Ende des Tages legal die Steuerlast extrem gedrückt werden kann. Fachleuten ist dieses unter anderem unter dem Namen "Double Irish With a Dutch Sandwich" bekannt.

Die Konzernlenker werden im Zuge dessen als skrupellos und böse dargestellt und als Feindbild aufgebaut. Wie müsste man aber bei einer etwas distanzierteren Betrachtung des Sachverhalts hierüber urteilen? Lassen wir die Emotionen mal außen vor und schauen uns die einzelnen Knackpunkte mal an.

A) Faire Besteuerung:
Im Jahr 2015 hat Google (jetzt Alphabet) ca. 13 Mrd. Euro am europäischen Fiskus vorbeigeschleust, was eine Steuerersparnis von ca. 3,5 Mrd. Euro ergibt (Quelle). Das sind 3,5 Mrd. Euro, die den europäischen Staaten fehlen gegenüber einer Besteuerung, die auf diese Gestaltungsmöglichkeit verzichtet (Ihr seht anhand meiner Wortwahl, dass ich bemüht bin, an dieser Stelle nicht zu polemisieren).
Aus meiner Sicht ist diese Form der Besteuerung nicht fair. Einerseits werden den Staaten Einnahmen vorenthalten, andererseits wird hier ein zusätzlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Wettbewerbern, denen diese Möglichkeiten evtl. nicht zur Verfügung stehen, geschaffen. Es wäre also zu wünschen, hier zu einer gerechteren Besteuerung der Unternehmensgewinne zu kommen.

B) Skrupellosigkeit der Konzernlenker:
Apple und Co. sind in der Regel Aktiengesellschaften, die unter Ihrem Mantel der Holding eine Reihe von Tochterunternehmen verwaltet. Die Konzernleitung führt die Holding an, deren Aktien an der Börse gelistet und frei gehandelt werden können. Die oberste Heeresleitung ist daher zunächst den Anteilseignern verpflichtet. Sie wird eingestellt, um für die Eigentümer eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Hierbei geht es natürlich primär um die Rendite nach Steuern, da nur dieser das Unternehmensvermögen mehrt. Aus Sicht der Anteilseigner ist die unter A) beschriebene Steuerersparnis demzufolge genau das, was man sich erhoffen würde. Moralisch dürfte die Mehrheit natürlich die Ungerechtigkeit in der Besteuerung sehen, aber dieses kann nicht die Maxime der Konzernleitung sein! Würde die Konzernleitung hier trotz des Wissens um die Möglichkeiten auf eine solche steuerliche Gestaltung verzichten, so würde sie den Anteilseignern einen hohen Geldbetrag vorenthalten. Nach deutschem Recht müsste man sogar darüber nachdenken, ob sie hier nicht sogar den Straftatbestand der Untreue verwirklichen würde. 
Von Skrupellosigkeit kann hier also definitiv keine Rede sein.

C) Unfähigkeit der Politiker:
Nicht alle Politiker, die sich entsprechend im Wahlkampf äußern sind zu diesem Zeitpunkt Mitglied der Regierung bzw. einer der regierenden Parteien. Sie können also frei zu diesen Themen reden, die Konzerne als Feindbild aufbauen (eher linkes Spektrum) oder die Regierung als Unfähig darstellen, etwas an dieser Situation zu ändern. Man wird aber auch aus Regierungsparteien ähnliche Stimmen hören, wenn auch nicht so scharf, denn das Thema soziale Gerechtigkeit muss im Wahlkampf ja bedient werden. Wer mit Sicherheit sich hierzu wohl nicht äußert, ist der jeweils amtierende Finanzminister, da er ja weiß, dass er damit eigentlich seine eigene Unfähigkeit in den Mittelpunkt stellt. Die Opposition könnte solche Äußerungen von ihm als Einladung auffassen und den Ball sofort zurückspielen.
Nun ist die rechtliche Situation nicht gerade leicht, da hier auch die europäischen Partner mit im Boot sind. Es müsste also innerhalb der EU ein Konsens herbeigeführt werden, der eine solche Steueroptimierung verhindert. Es sollte aber ebenfalls möglich sein, im Rahmen nationaler Gesetzgebung ein Stück mehr Gerechtigkeit herbeizuführen. Man muss es nur wollen und anpacken.

Fazit: Die Diskussion um die Steueroptimierung der multinationalen Konzerne ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Politik Nebelkerzen für den Wähler auswirft, Konzernlenker hier denunziert bzw. zumindest einen falschen Eindruck erweckt und dabei vom eigenen Versagen ablenkt. Vielleicht ist es ja auch kein eigenes Versagen? Vielleicht sind eben diese steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten sogar erwünscht aus für uns Wähler unverständlichen Gründen? 

Ich wünsche Euch in Zukunft einen kritischen Blick auf die Aussagen der Politiker und bedanke mich für Euer Interesse an diesem Beitrag.

Mittwoch, 18. April 2018

Ewiges Leben (V) - Das Ende der Entwicklung und Fazit

(Hinweis: zur Einführung den ersten Post der Serie hier lesen

Die Therapie ist inzwischen in der gesamten Bevölkerung angekommen. Ein Tod durch Altern muss nicht mehr eintreten. Der Tod eines Freundes oder Angehörigen kann aber dennoch nicht ausgeschlossen werden, da Unfälle und noch unheilbare tödliche Krankheiten immer noch ihre Opfern fordern. Welche Folgen hat dies für die Gesellschaft?

Die Bevölkerung wächst und wächst und wächst, da die meisten Menschen von der Therapie gebrauch machen werden. Es müssen Regelungen gefunden werden, die ein weiteres Wachstum verhindern, da unsere Erde nur eine begrenzte Zahl an Menschen ernähren kann. Zukünftig dürfen nur so viele Kinder geboren werden, wie Menschen sterben. So wie heute Adoptionslisten geführt werden und Wartezeiten vorhanden sind, werden Paare sich auf Listen eintragen müssen, um die Genehmigung zu erhalten, ein Kind zu bekommen. Bis zu dieser Genehmigung muss eine Zwangsverhütung staatlich durchgesetzt werden, damit nicht unkontrolliert Kinder geboren werden und die Bevölkerung erhöhen. 

Eine klassische Rentenversicherung kann es nicht mehr geben. Die Lebensarbeitszeit ist unbegrenzt. 

In jeder Epoche hatten wir Genies hervorgebracht (Da Vinci, Michelangelo, Einstein, Edinson, etc...). Von diesen wird es zukünftig weniger geben, die die Menschheit sprunghaft nach vorne bringen, da weniger Menschen geboren werden.
Die technische Weiterentwicklung verlangsamt sich.

Fazit: Können wir eine solche Gesellschaft uns wünschen? Muss der eigene Wunsch auf eine Verlängerung des Lebens nicht zum Wohle der Menschheit zurückstehen? Es sind noch viele mögliche Konsequenzen von mir nicht angesprochen worden, aber ich glaube, dass die von mir aufgeworfenen Fragen ausreichen, um hierüber nachzudenken und zu einem eigenen Urteil zu kommen. Ich hoffe, meine Gedankenanstöße waren für Euch interessant und inspirieren zu eigenen Ideen zu diesem Thema.

Vielen Dank für Euer Interesse!

Lest auch aus dieser Serie Das Ewige Leben (IV) - Die weitere Entwicklung

Freitag, 13. April 2018

Ewiges Leben (IV) - Die weitere Entwicklung

(Hinweis: zur Einführung den ersten Post der Serie hier lesen

Nachdem sich die Verjüngungskur im praktischen Einsatz bewährt hat, sind weitere Biotechnologiefirmen auf den Zug aufgesprungen und haben eigene Therapien entwickelt, die auf das vergleichbare Prinzip setzen. Nachdem deren Studien ebenfalls erfolgreich waren, durften auch sie die Therapie offiziell anbieten. Die entsprechenden Kapazitäten sind demzufolge hochgefahren worden und die Preise für eine Therapie sind gesunken. Eine Verjüngungskur ist inzwischen auch schon für den gehobenen Mittelstand in den Industrieländern erschwinglich geworden.

Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen:

1. Das Rentensystem drohte zu kollabieren, da die Kalkulationsgrundlage hinfällig wurde. Menschen, die sich Verjüngungskuren gegönnt haben, sterben nicht mehr innerhalb der natürlichen Lebensspanne und würden so überdurchschnittlich lange eine Rente beziehen. Als Lösung muss die Rente abgeschafft oder das Renteneintrittsalter individuell festgelegt werden in Abhängigkeit von der Tatsache, ob eine Verjüngungskur durchgeführt wurde oder nicht.

2. Die Bevölkerung wächst wieder, da die Geburtenrate unverändert bleibt, viele Menschen aber wegen ihrer Verjüngungskur einfach nicht mehr sterben.

3. Die Kriminalität steigt an. Da eine Lebensverlängerung ein so begehrtes Gut ist, aber noch nicht für alle erschwinglich sein kann, wird die Hemmschwelle für Straftaten mit dem Ziel, sich eine Verjüngungskur zu finanzieren, deutlich gesenkt. War der begünstigte Personenkreis in der Einführungsphase noch so begrenzt, dass es aufgefallen wäre, wenn sich jemand durch Straftaten in die Lage versetzt hätte, eine Verjüngungskur zu finanzieren, so bietet dieses jetzt eine realistische Möglichkeit.

4. Religion verliert weiter an Bedeutung. Wer den Tod nicht fürchten muss, benötigt keinen Gott mehr. 

5. Das eigene Leben gewinnt an Bedeutung. Diejenigen, die sich die Verjüngungskur leisten können, werden sich bewusst, dass ihr Leben nicht mehr endlich ist. Um so wertvoller ist der Erhalt des Lebens. Die Verjüngungskur kann schließlich nicht den Tod durch Unfall, Mord oder unheilbaren Krankheiten verhindern. Man wird vorsichtiger bei Hobbies und ist nicht mehr bereit Risiken einzugehen. 

Kurzum eine Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, würde nicht mehr existieren.

Vielen Dank für Euer Interesse!

Lest auch aus dieser Serie Ewiges Leben (III) - Die Einführung


Sonntag, 8. April 2018

Ewiges Leben (III) - die Einführung

(Hinweis: zur Einführung den ersten Post der Serie hier lesen

Nachdem nun die klinischen Tests abgeschlossen sind, steht einer Einführung nichts mehr im Wege. Das Unternehmen, das das Verfahren entwickelt hat, wird von Anfragen nach der Therapie überschüttet. Das entscheidende Problem ist natürlich, dass die Kapazitäten (noch) ziemlich begrenzt sind, während die Nachfrage enorm ist. 

In einem solchen Marktumfeld schiesst der Preis für eine Therapie in die Höhe. Das Unternehmen kann zunächst nahezu jeden beliebigen Preis verlangen, da der Wunsch nach einer Verlängerung des Lebens die Bereitschaft erzeugt, einen hohen Preis zu zahlen. Die Therapie wird also nur einem geringen Personenkreis zur Verfügung stehen - den Superreichen. Und selbst in diesem Personenkreis wird nicht jeder interessierte eine Therapie zunächst erhalten können, da die Kapazitäten noch nicht weit genug ausgebaut sind. 

Wer wird also berücksichtigt werden unter den Bewerbern? Im Sinne der Gewinnmaximierung wird das Unternehmen die Therapieplätze wohl in einer Art Versteigerung verteilen. So kann es den maximalen Ertrag generieren. Der überwiegende Teil der Bevölkerung schaut dabei neidisch auf die Superreichen, die sich eine Verlängerung ihres Lebens leisten können. 

Was können wir also erwarten? Es werden mit ziemlicher Sicherheit sich Gegner der Therapie finden, die versuchen, die Anwendung zu verhindern. Die Motive hierbei sind unterschiedlich:
- religiöse Überzeugung, nicht Gott spielen zu dürfen
- Neid auf die Klasse der Wohlhabenden, die sich die Therapie leisten können
- Anhänger des Sozialstaates (die Therapierten werden deutlich länger Renten beziehen, da das Renteneintrittsalters sich nicht verändert, jedoch die Lebenserwartung mit der Therapie um 35 Jahre steigt. 
- etc. 

Es wird sicherlich auch einige Fanatiker geben, die der Versuchung erliegen könnten, mit Gewalttaten wie z.B. Anschlägen gegen das Unternehmen für Schäden zu sorgen, die die Durchführung der Therapie bei den Kunden zumindest behindert. 

Auch wenn die Therapie eine zunächst sensationell klingende Zukunft verspricht, so wird die Einführung wohl ungemütlich. Der Faktor Neid wird hier eine große Rolle spielen. Wenn man selbst nicht profitiert, soll es auch kein anderer.

Das wars für heute von mir. 
Danke für Euer Interesse.

Lest auch aus dieser Serie Ewiges Leben (II) - die Testphase

Freitag, 30. März 2018

Ewiges Leben (II) - die Testphase

(Hinweis: zur Einführung den ersten Post der Serie hier lesen)

Wie bei sämtlichen Therapien müssen im Vorfeld umfangreiche Studien durchgeführt werden. Zunächst wird hier wohl an Tieren ausprobiert werden, ob die Therapie funktioniert. Die grundsätzliche Funktionsweise, bei der Gentechnologie eine entscheidende Rolle spielt, sollte dabei prinzipiell vom Tier auf den Menschen übertragbar sein. 

Wenn diese Hürden genommen sind, wird die Therapie dann an Menschen getestet. Aber wer soll an dem Testprogramm teilnehmen? Zunächst mal ist diese Therapie für Menschen ab 60 gedacht. Aber ganz normales Altern ist keine Krankheit, sodass man nicht aus "kranken" Menschen eine Vorauswahl treffen könnte. Aber wie sieht es mit Patienten aus, die an Progerie leiden? Bei Progerie altern die betroffenen in bis zu 7-facher Geschwindigkeit und haben demzufolge eine extrem geringe Lebenserwartung. Könnte diese Therapie hier vielleicht sogar helfen?

Klammern wir aber diese Betroffenen aus, so stellt sich tatsächlich die Frage, wer an der Studie teilnehmen sollte. Interessenten sollte es ja genug geben, da die Therapie die biologische Uhr um 30 Jahre zurückdreht. 

Grundsätzlich werden medizinische Studien an kranken für diese kostenlos durchgeführt. Sollte das hier ebenso sein oder sollten die Teilnehmer sogar für ihre Teilnahme bezahlen? 

Die Studiendauer sollte auf einen langen Zeitraum ausgelegt sein, da wir hier um eine biologische Verjüngung von 30 Jahren sprechen. Dies hätte zur Folge, dass bei Abschluss der Studie Interessenten, die nicht genommen (ausgelost?) wurden, vor der Zulassung der Therapie schon verstorben sind. 

Wie wird die Umwelt mit den Teilnehmern dann umgehen? Neid? Eifersucht? Anfeindungen? 

Hier lasse ich Euch mal mit Euren Gedanken alleine und hoffe, Eure Vorstellung angeregt zu haben. Der nächste Post wird sich dann mit der Einführungsphase beschäftigen.

Vielen Dank für Euer Interesse!

Mittwoch, 28. März 2018

Ewiges Leben (I) - Der Bericht

Vorgestern durfte ich aus der Serie "Mysterien des Weltalls" mit Morgan Freeman die Folge "Ewiges Leben" sehen.
In Kurzfassung ging es darum, dass Forscher eine Theorie entwickelt haben, die dazu führen könnte, dass eine Art Jungbrunnen entwickelt wird. Man könnte 60-Jährige damit behandeln, worauf sie wieder ein biologisches Alter von 25 Jahren hätten.

So cool sich dieses auch im ersten Moment anhört, hat es doch meine Phantasie beflügelt und ich bin nachdenklich geworden, ob eine solche Errungenschaft tatsächlich wünschenswert wäre. 

Lassen wir mal mögliche offensichtliche Probleme wie die nachfolgenden außen vor:

1. Rasant steigende Überbevölkerung, da weniger Menschen sterben
2. Nahrungsmittelknappheit
3. Beschleunigtes Artensterben
4. etc.

In den nachfolgenden Posts werde ich mich zu einzelnen Aspekten auslassen, die mich hier besonders beschäftigt haben.

Politiker und andere Heuchler (I) - Die bösen Großkonzerne

Diese Serie soll sich mit Äußerungen insbesondere von Politikern aber auch anderer Prominenter beschäftigen, die auf den ersten Blick plausi...